
Wenn es um Pizza geht, dann trennt sich oft die Spreu vom Weizen. Wer einmal eine original neapolitanische Pizza mit fluffigem, luftigen Rand und hauchdünnem Boden gegessen hat, weiß: Das hat mit der TK-Pizza aus dem Supermarkt nicht mehr viel zu tun. Und das schöne ist: Mit etwas Geduld, guten Zutaten und der richtigen Technik kannst du dir genau diese Pizza zu Hause selbst machen.
Ich zeige dir heute meinen bewährten 48-Stunden-Teig für 6 echte neapolitanische Pizzen. Der Teig ruht lang, entwickelt Aroma und Struktur und wird dich geschmacklich umhauen. Vertrau mir, danach willst du keine Tiefkühlpizza mehr essen. Los geht’s!
🌾 Zutaten für 6 Teiglinge
– 1000 g Pizzamehl Tipo 00 (besonders fein, hohe Klebekraft)
– 650 ml kaltes Wasser
– 3 g frische Hefe
– 30 g feines Meersalz
Pizzasoße (gibt es auch als Rezept hier) und Zutaten nach Belieben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Hefe auflösen & Mehl einrühren
Gib das kalte Wasser in eine große Schüssel und löse darin die frische Hefe vollständig auf. Warte ca. 5 Minuten bis sich die Hefe vollständig gelöst hat.

Nun kommt das Mehl nach und nach hinzu. Zuerst nur ein kleiner Teil, sodass eine dünne Flüssigkeit entsteht.

Danach immer mehr, bis ein dickflüssiger Teig entsteht und zum Schluss der komplette Mehlanteil in der Schüssel ist.


👨🏫 2. Kneten, kneten, kneten 😠
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Du kannst den Teig entweder komplett von Hand kneten oder mit einer Küchenmaschine unterstützen.
Ich mache es so:
– Zuerst knete ich mit der Hand, bis der Teig nicht mehr extrem an den Fingern klebt.
– Dann kommt er für ca. 15 Minuten in die Küchenmaschine.
– Zum Schluss noch einmal 5 Minuten per Hand mit dem Handballen kneten: Schieben, falten, rollen – so lange, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.

3. Kugel schleifen & ruhen lassen 🌄
Forme aus dem Teig eine große Kugel. Das geht am besten, wenn du mit beiden Händen den Teig hintergreifst und nach vorne ziehst.

So entsteht Spannung. Klebt nichts mehr an den Händen, decke die Kugel mit einer Schüssel ab und lasse sie 20 Minuten ruhen.

🥵 4. Erste Reifephase im Kühlschrank (24 h) 🛠
Danach gibst du den Teig in eine saubere Schüssel, deckst ihn ab und stellst ihn für 24 Stunden in den Kühlschrank. Hier entwickelt er langsam Aroma und Struktur.

5. Portionieren & Teiglinge formen
Nach 24 Stunden holst du den Teig aus dem Kühlschrank und formst ihn länglich, damit du gleichmäßige Stücke abteilen kannst. Mit einer Teigkarte oder einem scharfen Messer stichst du 6 Teiglinge zu je ca. 280–285 g ab.



Jetzt geht es um den Feinschliff. Jeden Teigling jetzt etwas flach drücken und von 3 Seiten nach außen ziehen und zur Mitte klappen – so entsteht Spannung. Dann wieder rund schleifen, wie bei der großen Teigkugel und die Teiglinge auf Spannunf schleifen.






6. Aufbewahrung der Teiglinge
Jetzt hast du zwei Optionen:
1. Frisch backen (am nächsten Tag):
– Teiglinge mit Abstand in eine Teigbox legen (z. B. Pizzaballenbox) und abdecken.
– Zurück in den Kühlschrank für weitere 24 Stunden.

2. Teiglinge einfrieren:
– Lege Backpapier-Stücke unter jede Kugel und friere sie ein.
– Achtung: Wenn du nicht einfrieren willst, kein Backpapier verwenden, sonst klebt der Teig nach 24 h am Backpapier fest und du musst viel Teig wegschmeißen. Hier ein kleiner Einschub, falls du einfrieren möchtest: Die Teiglinge mit dem Backpapier ins Gefrierfach legen und am Besten über Nacht warten, bis die Teiglinge gefroren sind. Danach können Sie nach belieben in Schüsseln oder Gefrierbeutel einfrieren. Dann habt Ihr immer genialen Pizzateig auf Vorrat. Wenn Ihr dann Lust auf Pizza habt, dann taut den Teigling über Nacht im Kühlschrank luftdicht verschlossen auf. 3 h bevor du ihn dann zubereiten möchtest, holst du ihn aus dem Kühlschrank raus.



⏰ 7. Teig temperieren und formen
Etwa 4 Stunden vor dem Backen nimmst du die Teiglinge aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen.
Jetzt kann es losgehen mit dem wichtigsten Part. Bestreue den Teigling mit Semola (Hartweizengrieß) und löse ihn vorsichtig vom Rand der Box. Mit einem Teigschieber herausheben und auf ein „Semola-Bett“ auf der Arbeitsfläche legen. Jetzt die Luft von innen nach außen drücken, ohne den Rand zu platt zu machen. Das ergibt später diesen schön luftigen Cornicione (Pizzarand).
Zum Formen:
– Mit einer Hand den Teig nach außen schieben, die andere dreht ihn langsam mit.
– Oder: Hochheben und den Teig in den Händen rotieren lassen, bis er groß genug ist.



🍕 8. Jetzt belegen & kreativ werden!
Dein Pizzateig ist jetzt startklar! Ob klassisch mit Tomatensoße und Fior di Latte, weiß mit Ricotta und Spinat oder extravagant mit Feigen und Prosciutto – alles ist erlaubt. Mit viel Selbstvertrauen den Teig auf eine Schaufel ziehen und bis zur gewünschten bräune des Teiges bzw. des Käses im Backofen, Grill oder Pizzaofen backen.


🚀 Fazit:
Ja, dieser Teig braucht Zeit. Aber du wirst belohnt mit einer Pizza, die Luftig, elastisch, leicht und voll im Geschmack ist. Einmal gemacht, willst du nie wieder zur Schnell-Teigmischung greifen.
Viel Spaß beim Ausprobieren und buon appetito! 🍽